Interim-Management: eine Brücke, wenn die Eigenlösung an einer Person hängt
Interim heißt vorläufig: eine Brücke mit bekanntem Ende. Warum der Bedarf im Mittelstand oft dann entsteht, wenn eine Access- oder Excel-Lösung an einer einzigen Person hängt, und was eine Übergangslösung hinterlassen muss.
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Interim-Management bezeichnet die befristete Übernahme einer Leitungs- oder Fachaufgabe, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist. Das Wort „interim“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „inzwischen“ oder „vorläufig“. Im Betrieb geht es also nicht um eine neue Stelle, sondern um eine Brücke mit vorher bekanntem Ende.
Was das Wort im Betrieb bedeutet
Im Alltag begegnet das Wort vor allem in Zusammensetzungen, etwa bei einer vorläufigen Geschäftsführung oder einem Ausweichquartier während eines Umbaus. Gemeinsam ist allen Verwendungen der vorläufige Charakter: Eine solche Lösung soll eine Lücke überbrücken, nicht selbst zum Dauerzustand werden. Wer sie beauftragt, sollte deshalb von Anfang an wissen, wie ihr Ende aussieht und woran er erkennt, dass es erreicht ist.
Klassisch meint der Begriff erfahrene Führungskräfte, die für eine begrenzte Zeit eine Geschäftsführung, eine Werksleitung oder eine Abteilung übernehmen, etwa nach einem plötzlichen Ausscheiden oder während einer Umstrukturierung. In IT und Software wird er breiter verwendet: für jede Aufgabe, die jemand vorübergehend verantwortet, weil im Haus gerade niemand dafür frei ist oder das nötige Wissen fehlt.
Interim-Management, wenn die Eigenlösung an einer Person hängt
In vielen mittelständischen Betrieben entsteht der Bedarf auf unspektakuläre Weise. Eine Access-Datenbank oder eine Excel-Lösung mit Makros trägt einen wichtigen Ablauf, und eine einzige Person versteht sie. Geht diese Person in den Ruhestand, wechselt sie die Stelle oder fällt sie länger aus, steht der Betrieb vor einer Lücke, die kein Stellenprofil abbildet: Es fehlt nicht irgendein Entwickler, sondern das Wissen über genau diese Lösung.
Eine Übergangslösung muss hier zwei Dinge leisten. Kurzfristig soll die bestehende Lösung weiterlaufen, und Fehler müssen behoben werden. Mittelfristig muss das Wissen aus dem Kopf in eine Form gebracht werden, die nicht wieder an einer Person hängt. Wie solche Wissensinseln in der Software entstehen und sich auflösen lassen, beschreibt ein eigener Artikel.
Übergang oder Dauerlösung: woran man den Unterschied erkennt
Eine Aufgabe auf Zeit ist sinnvoll, wenn ihr Ende beschreibbar ist: Die alte Lösung ist dokumentiert, ein Bereich ist abgelöst, eine Entscheidung ist getroffen. Ist dagegen dauerhaft jemand nötig, der Wünsche aus dem Betrieb aufnimmt und umsetzt, handelt es sich nicht um einen Übergang, sondern um eine feste Aufgabe, die eine eigene Stelle oder einen anders geschnittenen Auftrag braucht.
Ein einfacher Test hilft: Lässt sich in einem Satz sagen, was am Ende der Übergangszeit anders sein soll als heute? Dann ist die Aufgabe befristbar. Lautet die Antwort, dass einfach jemand da sein soll, geht es um eine Stelle, und die Suche danach sollte parallel beginnen.
Diese Unterscheidung ist mehr als Wortwahl. Eine Übergangsaufgabe ohne Ende rutscht leicht in eine Zusammenarbeit, bei der eine externe Person auf Dauer wie eine Mitarbeiterin eingeplant wird. Welche rechtlichen Fragen das aufwirft, erklärt der Artikel zur Abgrenzung zwischen Werk und eingekaufter Arbeitskraft.
Interim-Management ohne neue Abhängigkeit
Die größte Gefahr einer Übergangslösung ist, dass sie die alte Abhängigkeit nur austauscht: Statt der ausgeschiedenen Kollegin kennt nun ein externer Betreuer die Lösung, und der Betrieb ist genauso ausgeliefert wie vorher. Eine gute Aufgabe auf Zeit hinterlässt deshalb nachprüfbare Spuren:
- eine Dokumentation der Lösung, die ein Dritter ohne Rückfrage lesen kann,
- das Repository und alle Zugänge beim Betrieb, nicht bei einer Person,
- eine Liste offener Punkte und bekannter Risiken,
- ein Protokoll der Änderungen, die während der Übergangszeit vorgenommen wurden,
- eine Empfehlung, wie es danach weitergeht: weiterbetreiben, schrittweise ablösen oder durch Standardsoftware ersetzen.
Welche Vertragsform zu einer Aufgabe auf Zeit passt
Die Vertragsform folgt der Aufgabe. Eine Bestandsaufnahme mit Empfehlung ist Beratung und passt zu einem Dienstvertrag mit Kostengrenze. Die Dokumentation der Lösung, die Behebung benannter Fehler oder die Ablösung eines Bereichs lassen sich als Ergebnis beschreiben und gehören in einen Werkvertrag mit Abnahme. Unklar wird es, wenn beides vermischt und ohne absehbares Ende nach Stunden abgerechnet wird.
Wie wir eine Übergangsaufgabe übernehmen
Hängt eine Eigenlösung an einer Person, die bald fehlt, übernehmen wir sie als beschriebenes Vorhaben: zuerst eine Bestandsaufnahme mit Dokumentation und Empfehlung, danach auf Wunsch die Ablösung in Bereichen mit eigener Abnahme. Aufgaben verteilt unsere Projektleitung, Repository und Zugänge liegen beim Betrieb, und fällt bei uns jemand aus, übernimmt das Team. Den Ablauf beschreibt die Seite Softwareentwicklung.
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